Home Aktuelles 2001 Konzertreise des Blasorchesters Schott Jenaer Glas e.V. nach Lwiw (Ukraine)

GTranslate

English French Italian Japanese Portuguese Russian Spanish
Konzertreise des Blasorchesters Schott Jenaer Glas e.V. nach Lwiw (Ukraine)

7.09. - 15.09.2001


Eine fast 20-jährige Freundschaft zwischen den Familien Masur und Müller Hipper war der Ausgangspunkt für eine wunderbare Konzertreise des Blasorchesters Schott Jenaer Glas in die Ukraine. Die Idee dazu wurde während eines Deutschlandbesuches von Stefan Masur vor drei Jahren geboren. Nach Abklärung der Modalitäten begannen ein Jahr später die Vorbereitungen für diese Reise.


Am Anfang hielten die Mitglieder des Orchesters die Idee zwar für interessant, aber auch für recht abenteuerlich. Und die wenigsten glaubten wohl daran, dass diese Idee Realität werden würde.

 

concert_ivano.jpg
Konzert vor dem Rathaus in Ivano-Frankivsk

 


Auch die Mitglieder der Wolf-Friedrich-Bigband, die sonst nicht im Blasorchester mitwirken konnten für diese Fahrt gewonnen werden. Damit war es einerseits möglich die Besetzung im Blasorchester zu verbessern, andererseits konnte aber auch eine zweite, völlig andere Musikrichtung in der Ukraine dargeboten werden.
Ein besonderer Dank gilt Berkeley Williams von der Jenaer Philharmonie, der als Solist für unser weltweit einmaliges Glasxylophon mitgefahren ist.

 

 

concert_lwiw.jpg
Auftritt der Wolf-Friedrich-Bigband

 

 


Mit solch einer musikalischen Macht, mit dem Gefühl etwas ganz Neues vor uns zu haben und mit dem Willen unser Land, unsere Stadt und unser Werk bestmöglich zu vertreten und mit der Zuversicht musikalisch und organisatorisch bestens gerüstet zu sein, begann am 7. September um 19.00 Uhr mit der Abfahrt bei Schott Jenaer Glas unser bisher größtes Abenteuer. Es lagen fast zwanzig Stunden Busfahrt vor uns. Wer Musiker kennt weiß, dass auch bei einer so langen Reisezeit für Trübsal oder Reisebeschwerden keine Zeit ist. Besondere Aufmunterung fand kurz nach dem Hermsdorfer Kreuz die Frage: wann wir endlich da sind. Dank der guten Fahrleistung unserer beiden Busfahrer schafften wir es entgegen unserem Zeitplan schon 14.20 Uhr den polnisch - ukrainischen Grenzübergang kurz hinter Przemysl zu erreichen.

Hier konnten vor allem diejenigen, die sich das erste Mal in so weit östliche Regionen bewegten, die Gangart der ukrainischen Grenzbeamtenuhren bewundern. Mit 2,5 Stunden Wartezeit für 45 Personen waren wir dabei aber noch gut bedient. Wir nahmen es mit Humor und waren glücklich endlich in der Ukraine zu sein. Nach einem köstlichen Abendessen wurden wir im Gästehaus der Eisenbahngesellschaft Lwiw untergebracht. Bei einer mit viel Gesang begleiteten Wodkaverkostung ging dieser erste Tag in der Ukraine zu Ende.

Um uns nach der langen Busfahrt wieder ein wenig zu erholen, wurden wir Sonntag Mittag zur Aufführung von Tschaikowskis "Schwanensee" mit dem weltbesten Tanzensemble aus dem Jahr 1995 in die Oper in Lwiw eingeladen. Den weiteren Sonntag und den Montag nutzten wir zu intensiver Probenarbeit u.a. mit "Ruslana", der bekanntesten Popsängerin der Ukraine und mit der modernen Tanzgruppe von Irina Masur.

Ruslana.jpg
Sängerin Ruslana gemeinsam mit unserem Orchester

Am Dienstag, den 11. September um 18.00 Uhr war es dann soweit. Unser erstes Konzert in der Ukraine wurde im Kulturhaus der Eisenbahnergesellschaft von Lwiw mit riesigem Erfolg gefeiert. Beide Klangkörper, das Blasorchester Schott Jenaer Glas und die Wolf-Friedrich-Big Band hatten noch nie vor solch einem begeisterungsfähigen Publikum gespielt. Diese Woge der Begeisterung wurde bei allen Konzerten unser ständiger Begleiter - ob bei den Auftritten im 120 km von Lwiw entfernten Ivano - Frankivsk, in der Oper von Lwiw oder beim Festival "Goldener Löwe". Das während unseres Besuches eine Fernsehaufzeichnung im größten Studio der Ukraine gemacht, und in der gesamten Ukraine gesendet wurde, darf nicht unerwähnt bleiben.
opera.jpg
Unsere Glasfanfaren beim Festival "Goldener Löwe" in Lwiw

Besondere Höhepunkte für unser Publikum und natürlich für uns waren die Auftritte des Blasorchesters Schott Jenaer Glas mit "Ruslana" und dem Titel "Memory" und die Interpretation des Titels "Alte Kameraden Swing" unter der Stabführung von "Ruslana". Etwas besonderes für das Auge war die tänzerische Umsetzung von Schostakowichs " The Second Waltz" durch die moderne Tanzgruppe von Irina Masur.

Von der Sängerin "Ruslana" und der Tanzgruppe Irina Masur, die viele Programme gemeinsam gestalten, gibt es ein großes Interesse auch einmal in Deutschland, in Jena auftreten zu dürfen. Wir bemühen uns, diesen ukrainischen Künstlern vielleicht in Jena und Umgebung die Möglichkeit zu geben ihr Können zu demonstrieren. Es wäre ein guter und wünschenswerter Austausch für unseren Besuch in der Ukraine.

Für alle Teilnehmer dieser Reise, ob alt, ob jung, stand am Ende fest - es waren Erlebnisse die keiner missen möchte. Es wurden Vorurteile, die auf Fehlinformationen und Unwissenheit beruhten, abgebaut, es wurden Freunde gewonnen, mit denen man sich jederzeit gern wiedertreffen möchte und es hat sich gezeigt, dass die Musik grenzenlos ist.